08.11. AK Datacenter: Konstituierende Sitzung
Köln, den 08.11.2007 – Mehr als 30 Teilnehmer waren beim ersten Arbeitskreis Datacenter vertreten und folgten interessanten Vorträgen vom Design Institut München, Alegri International GmbH sowie von eco e.V. zu den Themen: Wie ist die Verfügbarkeit und Effizienz kombinierbar? Datacenter Star Audit, ein erster Einblick sowie abschließend eine Zusammenfassung zum Power and Cooling Summit in London.
Protokoll / AGENDA »Zu Beginn der Sitzung stellte Patrick Pulvermüller, Geschäftsführer der Host Europe GmbH und
Arbeitskreis-Leiter, die Ziele des Arbeitskreises vor. Bei dessen Arbeit er insbesondere die Effizienz von Rechenzentren als zentrale Bestrebung im Vordergrund sieht. Dabei ginge es nicht allein nur um die momentan überall diskutierte Energieeffizienz sondern auch um technische oder auch betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte. Letztlich soll im Arbeitskreis die Effizienz von Rechenzentren aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden und anhand von Diskussionen und in Arbeitsgruppen Best-Practice-Ansätze erarbeitet werden.
Im Fokus dieser konstituierenden Sitzung stand die Energieeffizienz
Das Design Institut München stellte im ersten Vortrag Konzepte zur Energieeffizienzsteigerung bei Beachtung der notwendigen Verfügbarkeiten vor. Hierbei
bezog sich der anwesende Geschäftsführer, Gerhard Büttner, auf sein Fachwissen aus über 500 Data Center Projekten in den vergangenen 40 Jahren.
Eine sehr gute Kombination aus hoher Verfügbarkeit und Effizienz ist seinen Ausführungen zufolge auch möglich, wenn man bei dem Design des Rechenzentrums weniger auf Kapitalintensive Großanlagen zu Effizienzsteigerung setzt, aber dafür viele kleine Punkte beachtet. Die Effizienz liege oft im Detail. Auch wurden ausführlich Möglichkeiten zur CO2 neutralen Eigenenergieversorgung (Kraft-Wärme-Kopplung – bei Block-Heizkraftwerken) sowie Brennstoffzellen betrachtet.
Im nachfolgenden Vortrag stellte Dr. Andreas Jabs, eco Authorized Auditor bei der Alegri International GmbH, das Datacenter Star Audit vor und warf die Frage in den Raum, wie ein solches Zertifizierungsverfahren an Energieeffizienzbestrebungen angepasst werden könnte?
Das unabhängige RZ-Audit zeichnet sich durch seine Neutralität (sichergestellt durch den eco Verband) und durch seiner zugrunde liegenden Vielfalt aus. Es konzentriert sich hierbei auf die vier Kernbereiche: Gebäude, Technik, Prozesse und Personal, welche über einen Fragenkatalog mit über 120 Fragen ausführlich analysiert werden. Fünf Rechenzentren in Deutschland (Host Europe GmbH, InterNetWire Communications GmbH, noris network AG, Pironet NDH AG, Siemens AG) schafften bisher die höchste Klassifikation von 5 Sternen.
Abschließend musste jedoch festgehalten werden, dass eine Einarbeitung von Energieeffizienzkriterien in die Metrik des DCSA ohne weiteres nicht möglich ist. Insbesondere sei es schwierig, messbare (harte) Kriterien für Energieeffizienz zu bestimmen, ohne diese sei jedoch eine seriöse Zertifizierung nur schwer umzusetzen.
Im abschließenden Vortrag informierte Thomas von Bülow, Vorstand des eco e.V., übr den Power and Cooling Summit in London. Zusammenfassend konnte berichtet werden, dass sich die Teilnehmer dort rund zwei Tage mit dem Thema auseinandergesetzt haben, dass beim heutigen Arbeitskreis im Rahmen des ersten Vortrages abgehandelt wurde. Letztlich wird also auf internationalem Parket (bisher) auch “nur mit Wasser gekocht”. Es bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse durch neu geschaffene Gremien und Gruppierungen bezüglich Energieeffizienz erreicht werden. Als Beispiel wurde hier das Konsortium um den “Code of Conduct on Data Centres des Institute for Environment and Sustainability Renewable Energies Unit der EUROPEAN COMMISSION” erwähnt, woran eco seine Teilnahme angekündigt hat.
In der anschließenden Diskussion einigte man sich neben dem Ziel zur Erarbeitung von Benchmarks darauf, dass es sehr wichtig sei, viele kleine Best-Practice-Case Studies zu erstellen, so dass jeder Teilnehmer und sonstiger Rechenzentrumsbetreiber die Möglichkeit zur Effizienzsteigerung hat. Außerdem war es ein Wunsch der Teilnehmer, aktiv an der Gestaltung des Datacenter Star Audits teilzuhaben. Die Weiterentwicklung solle gemeinsam mit der Erarbeitung von Best- Practice Ansätzen stattfinden.
Als erster Schritt ist eine Arbeitsgruppe gegründet worden. Ziel der Gruppe ist eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Effizienz in deutschen Rechenzentren durch eine Umfrage unter eco Mitgliedern. Die Effizienz könnte hierbei beispielsweise auf Basis der Power Usage Effectiveness (PUE des Green Grid Konsortiums) sowie der Tier-Klassifikation des Uptime Institutes gemessen werden. Es ist geplant, bereits im Dezember ein erste Arbeitsgruppen Sitzung einzuberufen, um einen Fragenbogen zu entwerfen, welcher dann Anfang 2008 an die eco Mitglieder verschickt wird.
Die Präsentationen stehen zum kostenfreien Download bereit.
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